“Ich wünsche ich mir, dass das scheinbar Unmögliche gelingt”

<- Antiziganismus

Veröffentlicht am 13. Mai 2012 von Thomas Handrich | Hinterlasse einen Kommentar

Ein Interview mit dem Rad-Reise-Veranstalter Thomas Handrich

Frage: Warum verschleppst  Du uns hier bis fast in die Kapaten?

Thomas Handrich: Weil wir hier viel über uns selbst und die Roma lernen können.

Was denn?

Zum Beispiel  über unsere Vorurteile, die über die Jahrhunderte gewachsen  sind.

Ich habe mich lange nicht mit dem Schicksal der Roma beschäftigt, weil ich keine Kontakte  zu ihnen hatte und nicht die Empathie für sie empfunden habe. Ich  wusste gar nicht, dass es die Roma auch nach dem Krieg noch Jahrzehnte lang  so  schwer hatten, als rassistisch Verfolgte in Deutschland Anerkennung zu finden.

Wie  bist Du darauf gekommen, Dich näher mit den Roma zu beschäftigen?

Bei dem Verein, bei dem ich  arbeite, kam eine Anfrage, einer österreichischen Stiftung. Sie wollte wissen, ob wir uns an einem Projekt mit Roma beteiligen wollten.

Und wie bist Du auf Kosice gekommen?

Dem Betreiber des dortigen Stahlwerks US Steel wurde nachgesagt, er würde sich intensiv für die Integration der Roma engagieren. Ich bin dann hier her gefahren und habe rasch herausgefunden, dass dies nicht der Fall war. Zugleich stellte ich fest, dass die Segregation der Roma, abgesehen von dem Romaghetto Lunik IX, nicht in der Stadt, sondern in den Dörfern im Umland am Stärksten ist.  Dort habe ich dann einige gefunden, die sich sehr für die Verbesserung der Lebensbedingungen in ihren abgelegenen Dörfern einsetzen. Mit ihnen habe ich dann  den Plan für eine Situationsanalyse entwickelt. Jugendliche gingen los und fragten ihre Altersgenossen, was sie verändert sehen möchten. Das Gleiche fragten sie ihre Bürgermeister. Nun, zwei Jahre später, arbeiten Bürgermeister und “young leaders” beim Aufbau eines Jugendclubs zusammen. Langfristig wünsche ich mir, dass den Jugendlichen das scheinbar Unmögliche  gelingt: Der Schritt in die wirtschaftliche Selbstständigkeit. Von den Teilnehmern der Studienreise erhoffe ich mir dafür Anregungen.

Herlany, 13. Mai 2012

Interview: Robert Fishman

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