Reisen 2022: Frauenbewegung Krakau

Diven, Suffragetten, Powerfrauen
Geschichte und Gegenwart Krakaus aus der Frauenperspektive

keine Radreise, Bildungsurlaub möglich

4.9. – 10.9.2022

Eine Woche um eine der schönsten Städte Europas aus der Perspektive und Geschichte von Frauen und ihrem Kampf um Gleichberechtigung kennenzulernen. Wir erkunden die Stadt auf den Spuren von Frauen, die die polnische Geschichte entscheidend geprägt und mit ihrem Kampf das Frauenwahlrecht und den Zugang zu höherer Bildung erstritten haben und lernen mutige Frauen und Initiativen kennen, die sich heute als Aktivistinnen, Politikerinnen oder Künstlerinnen für Frauenrechte einsetzen und Freiräume für Frauen erobern.
Wie nehmen die Ur-Enkelinnen der polnischen Suffragetten ihre Rolle in der heutigen Gesellschaft wahr? Welche Lebensentwürfe haben sie entwickelt und welche durchgesetzt? Wie reagieren sie auf die aktuellen Versuche der national-konservativen Regierung ihre Rechte einzuschränken und sie in die traditionelle Rolle als Hausfrau und Mutter zurückzudrängen? Wie unterscheidet
sich die Situation der polnischen Frauen von der in Deutschland?
Diesen Fragen in Exkursionen und Begegnungen nachzugehen, soll uns einen anderen Blick auf den Alltag in Polen und eine Reflexion unser eigenen Situation ermöglichen.

Leitungsteam
Agnieszka Rochon, Germanistin, langjährige Leiterin des Warschauer Büros der Heinrich-Böll-Stiftung, lebt nach einem zehnjährigen Aufenthalt in jeweils Berlin und Warschau, seit fast 10 Jahren wieder in ihrer Heimatstadt Krakau.
Sebastian Rochon, freibruflicher Grafiker und Webdesigner, bereiste Krakau regelmäßig seit den 80er Jahren und lebt dort seit 20 Jahren.
Beide sind intime Kenner der Krakauer Geschichte, von Sehenswürdigkeiten, sowie der politischen und kulturellen Szene. Beide sprechen fließend deutsch und polnisch.

Frauenproteste in Krakau

Themen und Programmpunkte

1. Bedeutende Frauen der Geschichte Krakaus

  • Spaziergang mit historischer Einführung – auf den Spuren von ungewöhnlichen Frauen, Königinnen, Rebellinnen, Stifterinnen, die in den vergangenen Jahrhunderten „ungewöhnliches“ leisteten. Orte der Besichtigung: Wawelschloß und -Kathedrale, Collegium Majus der Jagiellonen-Universität Czartoryski-Museum, Museum des Alten Theaters.

2. Beginn der Frauenbewegung:

  • Woher kommt die polnische Frauenbewegung? – Treffen mit Sławomira Walczewska (angefragt), einer der führenden Feministinnen der Nachwendezeit, Autorin des Buches „Damen, Ritter und Feministinnen“, das 2015 in der deutschen Version erschien
  • Vorreiterinnen der Frauenemanzipation – Spaziergang mit historischer Einführung durch das Krakau der Jahrhundertwende auf den Spuren von Aktivistinnen der Frauenbewegung
  • Frauen der ersten Stunde“ („Siłaczki”, Polen 2018, Drehbuch und Regie: Marta Dzido und Piotr Śliwowski) – Filmvorführung: Der erste polnische Film über die sog. Siłaczki (starke Frauen), polnische Suffragetten, die um die Jahrhundertwende 19/ 20. Jahrhundert das Wahlrecht für Frauen erkämpften. (Abends: optional für Interessierte)

3. Frauen im Sozialismus:

  • Kontroverse Gleichberechtigung” vor und nach der Wende? – Treffen mit einer der Autorinnen der Anthologie „Freie Wahl von Magdalenka“ („Wolny wybór Magdalenki”): Auseinandersetzung mit der Rolle der Frauen im Sozialismus und in der Solidarność-Bewegung, Bewertung der Demokratieentwicklung in Polen der Nachwende-Zeit aus der herstorischen Perspektive.

  • Frauen in der sozialistischen Realität – Einblicke in das Leben der Frauen in der „neuen” sozialistischen Realität der Nachkriegszeit entlang der Geschichten von Frauen, die Nowa Huta (ein Stadtteil von Krakau, der als eine Muster-Arbeiterstadt um das Eisenhütten-Kombinat geplant wurde) bauten und dort lebten.

  • Die Frauen der Solidarność“ („Kobiety Solidarności”, Polen 2014, Drehbuch und Regie: Marta Dzido und Piotr Śliwowski) – Filmvorführung: Filmische Auseinandersetzung mit der Rolle der Frauen in der Gewerkschaft Solidarność der größten Oppositionsbewegung der 70er und 80er Jahre. (Abends: optional für Interessierte)

4. Was bewegt die Frauen heute?

  • Frauen in der Politik – Treffen mit Nina Gabryś (angefragt), der jüngsten Stadträtin der laufenden Legislaturperiode, die im Krakauer Rathaus 2019 das Frauenrat etablierte
  • Frauen an den Hochschulen– Treffen mit Iwona Demko (angefragt), Professorin der Krakauer Kunstakademie, Initiatorin und Organisatorin der Veranstaltungsreihe „100 Jahre Frauen an der Akademie“
  • Kunst als Raum für Frauensolidarität – Treffen mit Ewa Pasternak-Kapera (angefragt), Mitbegründerin der feministischen Stiftung TA mit anschließendem Besuch einer Ausstellung
  • Frauen im Widerstand – Treffen Vertreterinnen von Krakauer Protestinitiativen: Organisatorin des “Frauenstreiks“ und des „Schwarzen Protestes“ in Krakau und Vertreterin von KOD (Komitee zur Verteidigung der Demokratie)
  • Nowa Huta „empowert Mädchen“ – Besuch von Dziewczyńskie Centrum Mocy („Power – Zentrum für Mädchen“), Treffen mit der Vertreterin der Stiftung Autonomia (Trägerin der „Power-Zentrums“)

Literaturtip
„Damen, Ritter und Feministinnen. Zum Frauenrechtsdiskurs in Polen“ von Sławomira Walczewska, Verlag Harrassowitz, 2015
https://www.deutsches-polen-institut.de/publikationen/reihe-polnische-profile/s-awomira-walczewska-damen-ritter-und-feministinnen/


Übernachtungsort:
Dom Studencki Zaułek, ul. Piekarska 5-7, 31-067 Kraków, tel. 12 662 67 70
Email: dszaulek@up.krakow.pl | https://zaulek.up.krakow.pl/

Super zentral und zugleich ruhig in Krakow-Kazimierz gelegen!

Beginn/Treffpunkt:
Sonntag um 18:00 Uhr in unserer Pension; Ende: Samstag nach dem Frühstück

Leistungen:
6 Übernachtungen mit Frühstück und Halbpension (d.h. täglich eine warme Mahlzeit), 2 Reiseleiter*innen mit mehreren Referent*innen, Sprachmittlung, Fachführungen, Treffen mit Referentinnen, Eintritte laut Programm, Tipps für weitere Erkundungen auf eigene Faust.

Nicht enthalten: An- und Abreise.

Kosten:
□ € 790.- Normalbeitrag □ € 190.- jüngere Menschen mit sehr wenig Geld,
□ € 990.- Huckepackbeitrag, der Menschen mit sehr wenig Geld unterstützt.
□ Einzelzimmerzuschlag (120.- EUR)

Das Anmeldeformular zur verbindlichen Anmeldung erhalten Sie mit einer Mail an: thomashandrich@posteo.de

Allgemeine Hinweise:
Die Mindestteilnehmerzahl liegt bei 12 Personen. Falls die Reise wegen zu geringem Interesse ausfallen sollte, werden wir Sie spätestens 10 Wochen vor Reisebeginn informieren. Nach der Anmeldung erhalten Sie eine Bestätigung und das Programm zugeschickt. Falls Sie eine Reiserücktrittsversicherung abschließen möchten, können wir Ihnen behilflich sein. Wir bitten, in ihrem eigenen Interesse darum, im Besitz einer gültigen Haftpflichtversicherung zu sein. Die Organisation und die Kosten der Anreise/Rückreise übernehmen die Teilnehmer*innen selbst.
Es besteht die Möglichkeit, für die Reise Bildungsurlaub zu bekommen. Ausgenommen sind leider die Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Baden-Würtemberg.
Die Reise findet in Kooperation mit dem Schloss Trebnitz Bildungs- und Begegnungsstätte e.V. statt.