500 Jahre Bauernkriege im Allgäu. Was forderten die Bauern damals – was fordern sie heute?
Wann? 17. August bis 23. August 2025 (So-Sa)
Wo? Wir übernachten in Menzlings bei Kißlegg (www.urlaub-mit-zeit.de) und reisen u .a. nach Memmingen, Waldburg, Wangen sowie rund um die Kißlegger Seenplatte.
Beschreibung
Im ersten Teil der Reise beschäftigen wir uns mit der gesellschaftspolitischen Situation im Spätmittelalter: Warum lehnten sich viele Bauern gegen die fürstliche Herrschaft auf? Welche Rolle spielten dabei u. a. die Predigten von Thomas Müntzer, in denen der gemeine Mann ein unmittelbares Verhältnis zu Gott einnahm?
In Memmingen kamen die oberschwäbischen Haufen zusammen und verabschiedeten mit den 12 Artikeln die erste Aufzeichnung von Menschen- und Freiheitsrechten auf deutschem Boden. Wir nehmen vor Ort Einsicht in das Original der Erklärung, setzen uns mit den damaligen Forderungen auseinander (u. a. Ende der Leibeigenschaft, freies Jagd- und Fischereirecht, unabhängige Gerichtsbarkeit und Direktwahl des Pfarrers durch die Kirchengemeinde) und versuchen die Geschichte der Oberschwäbischen Bauern-Haufen nachzuvollziehen. Wie war es damals möglich, dass sich aus den dezentralen Proteste der Bauern die „Christliche Vereinigung“ herausbilden konnte? Bekämpft wurden die Aufstände v. a. durch Georg von Waldburg-Zeil. Er hatte bereits 1514 im Auftrag des württembergischen Herzogs Ullrich den Aufstand des Armen Konrad niedergeschlagen und befehligte nun als Bauernjörg die Sölderheere zur brutalen Niederschlagung der Bauernverbände. Wir zeichnen die Auseinandersetzungen nach und besuchen das Schloß Waldburg bei Waldsee.
500 Jahre später ist die Bauernschaft nicht nur in Deutschland wieder in Aufruhr. Es geht wieder um Gerechtigkeit, wirtschaftliche Sicherheit und politische Teilhabe. In Gesprächen mit Landwirten im Kreis Kißlegg – zu einigen gibt es bereits Kontakte durch vorangegangene Radreisen – zum Thema „Enkeltaugliche Landwirtschaft“, wollen wir herausfinden, worin sich die heutige Unzufriedenheit begründet. Darüber hinaus wollen wir uns mit den Forderungen von verschiedenen landwirtschaftlichen Interessengruppen auseinandersetzen. Welche ihrer Forderungen weisen in eine enkeltaugliche Zukunft? Inwieweit unterstützt bzw. blockiert die Politik auf bundesdeutscher bzw. auf EU-Ebene Lösungen für eine Landwirtschaft der Zukunft, die nachhaltige, d.h. fair produzierte, gesunde, ressourcenschonend hergestellte und bezahlbare Lebensmittel für alle ermöglicht?

Besonderheiten
Auf dieser Reise versorgt uns ein eigenes Küchenteam mit leckeren Speisen (bei Vollverpflegung!) in unserer Unterkunft.
Die Teilnahme von Nichtradler*innen ist möglich! Der Ausflug nach Memmingen wird größtenteils mit dem Zug (auf eigene Kosten) zurückgelegt. Bildungsurlaub möglich! Radausleihe in Kisslegg möglich! Achtung: Hügelige Radstrecken, E-Bike empfohlen für alle, die keine Hügel hinaufstrampeln möchten. Mindestteilnehmer*innenzahl 14, Maximal 20.
Leistungen
6 Übernachtungen (So-Sa) im Doppelzimmer, inkl. Vollverpflegung, Reiseprogramm, Reiseleitung inkl. Besuchsprogramm, geführte Radtouren.
Kosten
□ € 1150.- Normalbeitrag
□ € 1300.- Huckepackbeitrag, der Menschen mit sehr wenig Geld unterstützt.
□ Günstiger für Menschen mit weniger Geld (nach Absprache), Übernachtung im Zelt (mit Abschlag) möglich!
□ Einzelzimmerzuschlag (150.- EUR): Achtung: Es gibt nur sehr wenige Einzelzimmer!
Die Veranstaltung ist eine Kooperation zwischen dem Forum Unna und Politische Radreisen.
Mehr Informationen und Anmeldung unter: thomashandrich@posteo.de;
Siehe auch Archiv Politische Radreisen unter: politische-radreisen.de.
