Eindrücke der Pommernreise August 2018

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Rast zwischen Cieszyno und Rzepowo. by: Stefan Laurer

(alle folgenden Kommentare sind unverändert)

Die Radtour in Polen hat unsere Erwartungen voll erfüllt. Wir lernten ein Teil Polens kennen, der uns sonst sicherlich verschlossen geblieben wäre. Die Offenheit und Authenzität der Menschen mit denen wir gesprochen haben, hat uns sehr beeindruckt. Die Diskussionsfreudigkeit und das Gruppenerlebnis tat ihr übriges dazu (mit allen Stärken und Schwächen).

Ein Danke an das Leitungsteam für diese schöne und interressante Reise!

Dyrken und Burkhard

 

Wieder einmal hat eine politische Radreise mit Thomas zur Völkerverständigung beigetragen. Eingebettet in eine schöne Landschaft, gab es inspirierende und aufschlussreiche Begegnungen und Gespräche, die einen Vorurteile abbauen liessen. Gerne wieder!!!

Gerd

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Die Forellenzucht „Ryby Lubie“ (dt.: „Ich mag Fisch“). by: Stefan Laurer

Für mich war die politische Radreise nach Polen ein echter Gewinn. Das Fahrradfahren hat mir gut getan und es war auch nicht zu anstrengend. Die Touren waren nicht zu lang und das Tempo nicht zu schnell. Das eigentlich Besondere waren für mich die Treffen mit verschiedenen polnischen Gesprächspartnern, die aufgrund ihrer Arbeit und Erfahrungen Interessantes über das Leben und die politische Situation in Polen erzählen konnten. Ich habe viel über die Geschichte Polens erfahren und dabei die spielerische Form der Wissensvermittlung positiv erlebt. Weil das Leitungsteam aus drei polnisch sprechende Menschen bestand, entfiel das ansonsten bestehende Problem der Sprachbarrieren, wenn man alleine reist. Wenigstens ein paar elementare polnische Worte vermittelt zu bekommen, fand ich gut. Gefallen hat mir auch, dass die anderen Mitreisenden sich als angenehm und umgänglich und kontaktfreudig erwiesen haben mit interessanten Biografien. Mal wieder singen zu können (zusammen mit den polnischen Freunden) am Lagerfeuer, hat mir richtig gut getan.

Otto

 

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Im Dorf Rzepowo am Gemeindesaal. by: Stefan Laurer

„… eine politische Radreise…“ im wahrsten Sinne des Wortes! Wer längst mal Polen und seine Vergangenheit kennen lernen wollte ist bei und mit Thomas Handrich auf dem richtigen Rad/-Weg.

Zum einem wird in der Gruppe der theoretische Teil über die politische Situation der vergangenen 3 Jahrhunderte in einer verständlichen und kompetente durchgeführten Form diskutiert und beleuchtet. Zum anderen können die begeisterten Radfahrer live und vor Ort die Natur erkunden, mit den Menschen über ihre Erfahrungen aus der Vergangenheit sprechen, über die aktuelle Situation sowie ihre Zufriedenheit, erfahren. Die sportliche Aktivität bleibt nicht auf der Strecke, da alles allein mit dem Rad erkundet wird. Die ausgebauten Radwege eignen sich hervorragend dafür. Die Vielseitigkeit dieses Seminars mit dem Inhalt: Politik, Sprache und Radfahren macht das Seminar noch attraktiver und interessanter und ist für Jedermann eine Teilnahme wert.

Meine Erfahrung möchte ich nicht missen.

Zorana

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Zu Gast beim Bürgermeister Krzysztof Zacharzewski in der Kleinstadt Zlocieniec. by: Stefan Laurer

 

  1. Ein wenig Rad fahren und ein wenig polnische Geschichte – nein das war diese Reise ganz bestimmt nicht.

Ich war das erste Mal auf einer Bildungsreise unterwegs und das auch noch mit dem Rad durch Polen. Was erwartet mich? Ein wenig Sport, ein wenig polnische Geschichte? Bekommen habe ich sehr viel von beidem und das vor allem kombiniert mit sehr vielen „Live“-Eindrücken und Gedanken zur Gegenwart und  Zukunft, nicht nur durch Besuche mit dem Fahrrad direkt bei polnischen Bürgern/Familien und Bürgermeistern, sondern auch durch offene und ehrliche Einschätzungen der Menschen die uns auf dieser Reise begleitet/geführt haben. Besser kann man das in einer Woche nicht kombinieren.

  1. Polen – oft zerissen/geteilt – aber doch nie verloren.

In der polnischen Geschichte ist zu erkennen, dass das Land sehr oft geteilt/gespalten war auch in seinen Landesgrenzen. Von 1795 bis zur Wiedergeburt 1918 hat Polen als Land sogar gar nicht existiert Die polnische Kultur hat aber sicher immer weiter gelebt.

Auch nach 1918 bis heute ist das Land zerissen. Nicht in seinen Landesgrenzen aber in den Gedanken der Menschen vor allem was die Zukunft angeht. Was ist der richtige Weg? Eine weitere Öffnung Richtung Europa oder doch ein Polen das eher nationalistisch agiert. Wo die Reise hingeht scheint im Moment unklar, aber die Geschichte macht Hoffnung auf eine gute Zukunft.

Tobias

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„Wo kommen wir her?“ by: Stefan Laurer

Liebe Thomas,

du batest um eine Art Rückmeldung, nun mit einer Woche zeitlichem Abstand versuche ich es mal:

Es war für mich eine unglaublich intensive Woche, als ich wieder zuhause war empfand ich es fast wie drei Wochen Wegsein. So intensiv, mit Einblicken die ich hier in Deutlschland in meinem Leben kaum kriege:

Eine Frau die auf dem Lande lebt, erzählt wie es ihr geht mit jeweils 6 Wochen lange Abwesenheiten von der Familie. Als Frau arbeitet sie in Deutschland, mehr als 500km entfernt von ihrer Familie pflegt sie eine demente Oma und einen Opa. Ihr Mann ist dann für das Familienleben alleinge zuständig.

Wie der Bürgermeister einer Kleinstadt versucht, bei der Gemeindepolitik (das Wort Politik hat er allerdings bewußt gemieden) die Bewohner einzubeziehen, sie freuen sich aber anscheinend eher, wenn sie etwas handfestes (von oben?) erhalten. Für Generationen wurde Politik gemacht, von Oben. Sei es in der Gutsherren-Zeit als Westpommern noch zu Deutschland gehörte, in der realsozialstischem Zeit in Polen oder in der Nachwende Zeit.

Mit Einblicken in die lange polnische Geschichte, die heute nur in (politisch gerade passendenden) Ausschnitten öffentlich hervorgeholt werden. Ich kann nun eher verstehen, wie es dazu kommt, dass 2015 eine PIS, die mit demokratischen Grundsätzen nicht eben sanft umgeht, an die Regierung kommt. Mit geschichtlichen Happen gibt sie vielen Polen etwas Stolz und mit finanzieller Unterstützung, so wie 500+ hilft sie den Leuten auf dem Lande tatsächlich. Das ist eine Art Kindergeld in erheblicher Höhe im Vergleich zu den geringen Löhnen, die auf dem Lande realistisch sind.

Intensiv war es, weil die Tage lang waren, oft waren wir erst wenn es dunkel wurde wieder zurück mit dem Rad von einem Termin. Und das wunderbare Sommerwetter, die Bademöglichkeiten und die schöne und gut geeignete Unterkunft etc. alles sehr toll. Die Gruppe war groß, aber troztdem hatten wir eine schöne Gruppen-Atmosphäre. An allem hast Du einen sehr großen Anteil, nur nicht am Wetter.

Danke Thomas

liebe Grüße von

Uli Anders

p
Kurze Pause. by: Stefan Laurer

Die Organisation war super, und Ihr als Team habt sehr flexibel auf plötzliche Veränderungen im Ablauf oder unerwartete Probleme reagiert und sie versucht zu beheben bzw. zu lösen. Was ich auch sehr gut fand, war die tägliche Nachfrage nach der Befindlichkeit der Gruppen-Mitglieder.
Die Gruppe selbst habe ich als sehr offen, locker und unkompliziert erlebt. Es war niemand dabei, der irgendwie schwierig war oder Ärger gemacht hat.
Die Methoden der Wissensvermittlung über Polen waren sehr vielfältig und abwechslungsreich, so dass es nie langweilig wurde. Am meisten haben mir persönlich die Gespräche mit Anna gebracht. Aber auch die Besuche bei den beiden Familien fand ich aufschlussreich und im Vergleich interessant.
Die Landschaft, durch die wir geradelt sind, hat mir gut gefallen, weil sie nicht schroff war, sondern eher harmonisch, und auch die Lage unserer Unterkunft an dem See war sehr schön.
Das Essen war super und natürlich unschlagbar billig, auch ein Pluspunkt. Nur ein guter Wein hat mir manchmal gefehlt.
Ein Highlight war für mich der Grillabend. Die Abendstimmung am Lagerfeuer und das gemeinsame Singen habe ich als sehr friedlich empfunden, und ich fand auch toll, dass das polnische Ehepaar mit uns gesungen hat.
Mit dem Radfahren auf den sandigen Wegen und in einer so großen Gruppe hatte ich gewisse Probleme, weil ich aufgrund meines Unfalls doch noch große Angst hatte, zu stürzen.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass die politischen Radreise für mich ein gutes Konzept ist, die Geschichte Polens und daraus resultierend auch die Art, wie die Menschen dort heute denken und leben, ein wenig zu verstehen. Ich habe zumindest einen Einblick in das heutige Lebensgefühl und die wichtigsten Probleme der Polen gewonnen.

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Am Fischbuffett im Restaurant Ryby Lubie. by: Stefan Laurer

Reiseeindrücke Pommern 08/2018:

Familien vor Ort in ihrem Zuhause zu treffen und zu erfahren, was es hier bedeutet, im Alltag zu bestehen, einen Historiker am Original-Schauplatz, der inzwischen vollständig von der Natur zurückerobert ist, zu seinen Recherchen über Zwangsarbeit interviewen, in einer Audienz des Bürgermeisters hören, wie Kommunalpolitik gestaltet werden kann oder der Besuch in einem Dorf, in dem ein Bewohner akribisch zur deutsch-polnischen Vergangenheit recherchiert: Das ist Geschichte, Politik, Gesellschaft zum Anfassen. Das sind Erfahrungen die bleiben. Vielen Dank, Thomas, dass wir an deinen langjährigen Kontakten in der Region teihaben und von diesen profitieren durften. Vielen Dank an das weitere Team, Jakub, Sofie und Anna, für die ergänzenden Vorträge, Informationen, kurzweiligen Methoden, Übersetzungen, Organisation… Und nicht zuletzt vielen Dank an die Gruppe für das nette, unkomplizierte und wertschätzende Zusammensein, das die Bildungsreise letztlich zu einem Bildungsurlaub gemacht hat.

Viele Grüße, Stefan

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Lagerfeuer am Abschlussabend in der Ranch im Tal (Rancho w Dolinie). by: Stefan Laurer
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