2. Etappe Altrip – Speyer – Nußdorf

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Nach einem ausgiebigem Frühstück und der Vorstellung der Route (50 km) ging es in die Einführung zum Curriciulum dieser Reise. Anfangen wollen wir heute über die Bedeutung der Französischen Revolution auf die Pfalz. In den nächsten Tagen lernen wir einiges über das Hambacher Fest und zum Abschluß die Verhältnisse während der Badischen und Pfälzischen Revolution.

Zurück zur Französichen Revolution. Was hat das mit der Pfalz zu tun? Tja. Die Vorkommnisse in Paris fanden einen fruchtbaren Nährboden in der Pfalz vor. Nicht überall, zugegeben, aber doch an vielen Stellen. Die vom Klerus und Adel geknechtete Bevölkerung, Bauern, begehrten auf gegen die Obrigkeit. Zu Groß war der Druck von Oben, zu unmenschlich waren die Gesetze. Die Erklärung der Menschenrechte – unter großem Zeitdruck zusammengeschrieben von der Nationalversammlung im Jahre 1789 – war der Befreiungsschlag, der von zahlreichen pfälzischen Dörfern vorbehaltlos unterschrieben wurde. Allerdings erfolgte das selten faktisch. Doch die Begeisterung der Pfälzer Bauern, die viele Jahre später Bürgerrechte für sich und die Nachkommen sicherten, war entfacht.

So nutzten wir die Pause kurz vor Speyer um mehr über die “Linksrheinische Demokratiebewegung” zu erfahren. In Speyer selbst ist der Dom atemberaubend. Dieses Bauwerk überzeugte durch seine romanische Architektur vollends. Reflektiert wurden diese 15km Anfahrt am Rhein entlang durch das Oktoberfestbier und Rheingönheimer Weizen mit deftiger Kost im “Alten Hammer”. Jetzt folgten noch 35km im Sattel quer durch die Südpfalz. Einige Überraschungen waren noch im Gepäck.

Kurz hinter Dudenhofen gab es den ersten Reifenschaden. Für Radtour-Novizen wie Oliver und mich ein fast schon vorausgeahntes Ereignis. Andere Veteranen der politischen Radtouren blieben zuvor von derlei Unglück verschont. Kleinere technische Schwierigkeiten wurden anschließend locker bewältigt und so mündete die anfängliche Flachetappe in einem hügeligen Finale. Die Wingerte links und rechts von uns waren zum Großteil noch grün gefärbt. Teilweise lag die Lese nur wenige Stunden zurück, doch die meisten Reben hielten schlicht noch keiner Reifeprüfung stand. 2011 wurde zwar so früh wie schon lange nicht mehr der erste Wein geerntet, doch das gilt nicht für jede Rebe. Gut Ding will und muss Weile haben.

Wir schlagen den Bogen zurück zu der Zeit nach der französischen Revolution und vor der Konterrevolution. Denn die demokratische Bewegung konnte seinerzeit nicht schnell genug durch das Land ziehen.
Diese Geschichte wird morgen seine Fortsetzung erfahren. Übrigens wissen wir jetzt mehr über den Anbau des Weines. Der Gastgeber hielt uns zu Salat und Pfälzer Schlachtplatte, man munkelt es handelte sich um einen Pfälzer Teller, einen interessanten Vortrag. Mecklenburg-Vorpommern muss sich leider gedulden, was den Anbau von Wein betrifft.
Wir diskutierten eifrig bis in die späten Abendstunden über Fankultur und Schifffahrt. Der Wein ist dabei unser bester Freund. In Nussdorf haben übrigens die “alten” Familien ein Doppel F im Namen. Die Begründung gibt es am Dienstag.

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