Zurück aus dem rebellischen Südwesten – eine kleine Nachlese der Pfalzreise im Mai 2015

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Aufstand und Rebellion in Baden und der Pfalz (1789-1849).[1] Mit diesem Thema beschäftigten sich 10 Menschen aus vielen Regionen Deutschlands, von Ostfriesland bis Bayern, der Pfalz bis Brandenburg. Eine Woche lang radelnd, diskutierend, zuhörend und bisweilen singend waren sie zwischen Rastatt und dem Pfälzer Wald unterwegs.

Dabei ging zunächst um die Entdeckung der reichen Demokratiegeschichte des Vormärz in Baden und der Pfalz:

Beginnend in Rastatt wurde, quasi vom Ende her erzählt, die Geschichte in der Festung Rastatt im Sommer 1849 lebendig. In diese hatte sich die revolutionäre Regierung Badens samt ihrer militärischen Bataillone zurückgezogen. Darunter waren auch einige Hundert Pfälzer Freischärler und eine polnische Legion.

Gedenkstein für polnischer Freiheitskämpfer am Revolutionsgeschehen

„Für unsere und Eure Freiheit“

Das steht auf diesem Gedenkstein in polnischer Sprache im Innenhof des Rastatter Freiheitsmuseums. Er erinnert an die Beteiligung polnischer Freiheitskämpfer am Revolutionsgeschehen.

Museum der Freiheitsbewegung im Schloss

 

Wir besichtigten zunächst das Museum der Freiheitsbewegung im Schloss.

Das Badische Wiegenlied (1849)

Deutlich wurde beim Museumsrundgang, dass die Ereignisse von 1849, die badisch-pfälzische Revolution, einen langen historischen Vorlauf im Südwesten Deutschlands und darüber hinaus in anderen Teilen Deutschlands und Europas haben. Dabei war das Echo auf die revolutionären Ereignisse in Frankreich am Stärksten in der Nachbarschaft.

Eine Leuchttafel verdeutlichte augenscheinlich wie sich in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts überall staatlich nicht kontrollierte Lese-, Diskutier-, und Sportclubs bildeten. Auf Knopfdruck blinken vor allem im Südwesten und hier auch in Dörfern, viele Lämpchen auf. Auch das Siegel der Badisch-Pfälzischen Militärunion vom Mai 1849 findet sich im Museum wieder.

Im Badischen „Wiegenlied“, unmittelbar nach der Niederlage der Revolution getextet, bekommt die Verachtung gegenüber den siegreichen Preußen, aber auch die Hoffnungen auf eine freiheitliche Wendung der Das Badische Wiegenlied (1849) Geschichte eine Stimme.

Eine weitere Station der Reise war das Hambacher Schloss.

Hier fand im Mai 1832 die bis dahin größte Demonstration in Deutschland für ein einiges, von den Fesseln der feudalen Obrigkeiten, befreites Deutschland statt. Nur in der Pfalz, wo aus der Franzosenzeit liberale Grundrechte, der Code Civil, erhalten blieb, konnten sich republikanisch gesinnte Bürger versammeln. Allerdings war die Anmeldung einer Demonstration auch hier nicht möglich, deshalb wurde zu einem Fest eingeladen.

Das Hambacher Schloss

 

Der Deutsche Preß- und Vaterlandsverein, gegründet von Publizisten, Politikern und Intellektuellen, verkündete mit seinen Zeitungsorganen in ganz Deutschland das bevorstehende Ereignis. Die bayrische Obrigkeit versuchte im Vorfeld die Redakteure der Zeitungen, Wirth und Siebenpfeifer, hinter Gitter zu bringen. Die unabhängige Gerichtsbarkeit in der Pfalz, auch ein Erbe aus der Franzosenzeit, entschied auf Freispruch, wie auch bei einem großen Gerichtsverfahren nach dem Hambacher Fest in Landau. Allerdings erfanden die Bayern ständig neue Vergehen, so dass beide sich immer wieder im Gefängnis widerfanden, Wirth dann für viele Jahre in Kaiserslautern.

Auf dem Hambacher Fest selbst trafen sich Menschen aus der Pfalz, aus ganz Deutschland, aus Polen, Frankreich und England. Viele, gerade aus der ärmeren Landbevölkerung, hatten nicht das Geld für die beschwerliche Reise. Viele soziale Missstände der Landbevölkerung, oft ausgelöst durch Sondersteuern, wurden angeprangert. Die Forderungen der vielen Redner reichten vom Wunsch nach einer freien Verfassung in einem einheitlichen Deutschland bis hin zur Ausrufung einer provisorischen Regierung und für einen bewaffneten Kampf gegen die ausbeuterischen Fürstentümer. Letztlich ging man ohne Ergebnis auseinander, zu stark waren die unterschiedlichen Interessenlagen der Oppositionsgruppierungen.

Plakattafel aus der Ausstellung im Hambacher Schloss.

 

Es fehlt der im Text der Wunsch nach Gleichheit, eine der drei Säulen der europäischen Freiheitsbewegung des Vormärz, basierend auf den Forderungen der Französischen Revolution: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Wer hat die Ègalité geklaut?

Abstecher ins nördliche Elsass

Wissembourg – eine schmucke Kleinstadt mit großer Geschichte

 

Sie bot für viele Demokraten des Vormärz eine erste Unterkunft nach der Flucht aus Deutschland.

Auch die Familie von Johann Georg August Wirth, Mitorganisator des Hambacher Festes, lebte dort für viele Jahre während seiner Gefangenschaft. Überleben konnte die Familie durch die Beiträge einer Schutzkasse des Deutschen Preß- und Vaterlandsvereins für Verfolgte, eine Vorform gewerkschaftlicher Absicherung heute.

Wir besichtigten die Zufluchtsstätte der Familie Wirth in der Rue Traversiere …

 

… und das Wirtshaus Engel, damals ein Treff vieler gestrandeter Oppositioneller aus Deutschland.

 

Im Pfälzer Wald

Und wir vergegenwärtigten uns die wechselseitige deutsch-französische Geschichte des Elsass bis in die Gegenwart.

Wie schwer sich der Alltag in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts für die große Mehrheit der Bauern gestaltete, zeigte unser Besuch im Elmsteiner Tal. Hinein geradelt entweder über die Totenkopfstraße oder durch das enge Speyerbachtal erfuhren wir im Museum für Waldarbeit in Elmstein, wie arme Waldbauern durch das Schlagen von Holz und seiner Trift in die Rheinebene und durch karge Landwirtschaft an den Hängen durch das Anlegen von Trockenbauterassen versuchten zu überleben.

Im Museum für Waldarbeit im Elmsteiner Tal

An einer Wehranlage, die zur Holztrift diente.

Viele Menschen verließen damals ihre Heimat in der Hoffnung auf ein hungerfreies Leben. In den letzten Jahrzehnten gab es wieder eine verstärkte Auswanderung, die bis heute andauert. Zeugnis hierfür sind viele leer stehende Häuser und Immobilienangebote im Tal.

 

Im Naturfreundehaus Elmstein-Harzofen wurde uns die Geschichte des Hauses erzählt, hier schuf sich die Arbeiterbewegung noch vor dem 1. Weltkrieg einen Ort zur Erholung und Besinnung, bevor dann im Nationalsozialismus das Haus als Lebensborn völlig zweckentfremdet wurde.

Die Naturfreunde trafen nach der Flucht der Nazis im Jahre 1945 vierzig zurückgelassene kleine Kinder an, manche von ihnen kehren bis heute zurück an den Ort ihrer frühesten Kindheit.

Mit dem Wirken der bayerischen Besatzungsmacht zwischen 1815 und 1915 beschäftigten wir uns in Rhodt u. Rietburg im Rahmen eines Vortrages und einer Dorfführung. Mit welchen Methoden versuchte König Ludwig I. sich die Anerkennung der Pfälzer Untertanen zu schaffen? Welchen Widerstand leisteten die Pfälzer als Abgeordnete im bayrischen Landtag, während der Aufstände und im Alltag gegen die bayrische Obrigkeit?

Der königlich-bayrische Stuhl in der Rhodter Kirche

 

Am Ende der Reise näherten wir uns historisch den Auswirkungen des politischen Erdbebens von 1789 in Frankreich auf die Pfalz. In Landau, damals französische Exklave, beendete die Französische Revolution quasi automatisch die alte Ordnung: Die Kirchen und Feudalherren verloren ihren Besitz, durch die Nationalgüterversteigerung konnten so zum Beispiel einige Hausbesitzer in Nußdorf bei Landau ihre Häuser aufstocken und mit Inschriften an ihren Hauswänden die neue Zeitrechnung würdigen: Im Jahre 12 der Französischen Revolution, alten Stils 1804, ist da zu lesen.

In Landau selbst gab es intellektuelle Jakobinerclubs, welche die Demokratisierung der Verwaltung begleiteten.

Eingangsportal der Stiftskirche in Landau.

 

Unmittelbar nach der Französischen Revolution wurden auch hier die religiösen Bauten und Motive geschändet. Aber auf deutsche, nicht französische Weise: Im Archiv der Stadt gibt es noch die damalige Rechnung eines Handwerksbetriebs, der im Auftrag der Stadt die Köpfe der Eingangsfiguren abgeschlagen hat.

Und im nahen Bergzabern, ebenfalls eine französische Exklave, wurde nur drei Jahre nach der Französischen Revolution kurzerhand von Bürgern der Stadt der ständisch zusammengesetzte Stadtrat abgesetzt, ein Bürgermeister gewählt, eine Republik ausgerufen und die Integration in das republikanische Frankreich gefordert. Diese wurde wenige Monate später von der französischen Nationalversammlung genehmigt. Viele Dörfer um Bergzabern schlossen sich der ersten Republik auf deutschem Boden an.

Erinnerung für die Zukunft

Politische Radreisen sucht mit den Teilnehmenden durch die Auseinandersetzung mit der Geschichte die heutige gesellschaftliche Situation besser verstehen zu lernen und über Lösungsansätze von gegenwärtigen Problemen nachzudenken.

Bereits am Ende des Ausstellungsbesuches in Rastatt saßen wir zusammen und diskutierten die Eindrücke zur Ausstellung.

Nach historischen Zusammenhängen wurden die anwesenden ExpertInnen befragt, aber auch Parallelen zur Situation heute gezogen.

Wie würde heute der republikanische, aufgeklärte Geist von damals den Zustand unserer Demokratie wahrnehmen? Er (oder sie) wäre unzufrieden, meinten die meisten.

Der Gedanken von Rousseau nach Volunté Generale, des Volkswillens, könnte heute mit den Forderungen nach direkter Demokratie verbunden werden und geht über die heutige repräsentative Demokratie hinaus.

Das Gleichheitsgebot aus der Französischen Revolution scheint angesichts des Schwindens von sozialem Zusammenhalt auch in den privilegierten Gesellschaften des Nordens im Turbokapitalismus verloren gegangen zu sein. Die Fluchtbewegungen aus dem Süden in den Norden sind Ausdruck einer globalen ökologischen und sozialen Krise. Wir diskutierten auch, was ein möglicher gemeinsamer Nenner heutiger Protestbewegungen sein könnte.

In diesem Zusammenhang erörterten wir während der Reise, was wir heute tun können, um zu zeigen, dass ein anderes Leben möglich ist. Das Anprangern der Missstände reiche nicht aus, es können zum Beispiel in Eigenverantwortlichkeit neue Produktions- und Lebensformen eingeübt werden, so eine der Forderungen. Es sei wichtig, dass Produktions- und Gemeinschaftsräume jenseits des Marktes geschaffen werden. Hier könnten gemeinschaftliche Produktionsformen (wie zum Beispiel die Solidarische Landwirtschaft) ausprobiert werden. Eine Bewegung, welche die Gemeingüter (Commons, Gemeingüterökonomie) und das Teilen (Sharing Economy) in den Mittelpunkt stellt, gibt es bereits.

In der weiteren Diskussion sahen wir uns konfrontiert mit der Pegida-Bewegung, welche rückwärtsgewandt die Schuld für unerfülltes Leben im Fremden sucht.

Wie groß ist dieses empfundene Ohnmachtsgefühl in unserer Gesellschaft heute? fragten wir uns.

Und was nährt diese Ohnmacht oder anders gefragt: Inwieweit sind die Demokratiedefizite im Kapitalismus systemisch bedingt und reparierbar?

Es wurde die These aufgestellt, dass Revolutionen auch konservative Forderungen beinhalten. Konserviert werden soll dass, was es in bereits schon einmal gegeben hatte bzw. was bereits schon gefordert wurde, zum Beispiel die dörfliche Allmende, den gemeinsam genutzten Wald oder die Gemeindewiese oder in Städten Stadt- und Bürgerrechte.

Der Lokführerstreik beschäftigte die Teilnehmenden nicht nur aus Sorge hinsichtlich einer erschwerten Rückreise. Gefragt wurde nach Ursachen und der politischen Bewertung des Streiks. Durch die zeitweilige Anwesenheit eines aktiven und gut informierten Gewerkschaftlers gelang es, Hintergrundinformationen in die Diskussion einzubeziehen. Dabei wurde auch die Rolle der Medien in dem Konflikt erörtert. Vielfach wird dort der Konflikt auf persönliche Hahnenkämpfe reduziert es bleibt ausgeblendet, welche konkreten Forderungen die Gewerkschaft zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen und des Arbeitslohnes hat.

Und ein weiteres aktuelles Thema drängte sich aus historischer Perspektive auf: Wie wichtig war in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts für viele Pfälzer die Möglichkeit, dem Hunger und der Politischen Verfolgung durch Migration, häufig über Frankreich oder Irland nach Amerika, zu entkommen? Und wie gut, dass damals nicht zwischen Politischer Verfolgung und Flucht aufgrund von Armut, den sogenannten Wirtschaftsflüchtlingen, unterschieden wurde.

Welche Themen die RadlerInnen während der Touren zu Zweit nebeneinander diskutierten, bleibt geheim, öffentlich gemacht wurden jedoch die Eindrücke nach den Besuchen im Freiheitsmuseum und der Ausstellung auf dem Hambacher Schloss. Gefragt wurde nach der (unterschiedlichen) Motivation, beide Museumsorte zu schaffen und was jeweils in den Mittelpunkt der Erinnerungskultur gestellt wird. Kritisiert wurde u.a. an der Ausstellung im Hambacher Schloss, ob es nicht unangebracht ist, die Geschichte der damaligen Freiheitsbewegung bis in die Gegenwart zu verlängern, ohne historische Zusammenhänge und rückwärts gewandte Phasen, sei es die Schaffung der deutschen Einheit durch Preußens Gnaden im Deutschen Kaiserreich oder die Abgründe im Nationalsozialismus, entsprechend darzustellen. Der Prozess der historischen Entwicklung in seiner Widersprüchlichkeit wird dadurch nicht nachvollziehbar.

Mitwirkende der Maitour

Mittlerweile tragen zahlreich Pfälzer Historiker und VolkskunderInnen, aber auch Ortschronisten und politisch-gesellschaftlich aktive Menschen, Musiker und Winzer aus der Pfalz mit ihren Inputs zum Gelingen der Bildungsreise bei. Einige ReferentInnen waren zum ersten Mal dabei.

Inge Hoffmann aus Kandel hat uns in Wissembourg in die pfälzisch-elsässische Geschichte eingeführt und uns die Stätten in der Stadt gezeigt, wo die Französische Revolution ihre Spuren hinterlassen hat. Desweiteren begaben wir uns an die Orte, wo sich die Demokraten damals trafen bzw. wo sie lebten.

Der ehemalige, aber nach wie vor aktive, Gewerkschaftler Anton Kobel, geboren in Elmstein, führte uns in die Geschichte seines Tals ein. Hier versuchten die Menschen Jahrhunderte lang vom Wald und einer kargen Landwirtschaft an den Steilhängen des Pfälzer Waldes zu überleben. Viele von ihnen wanderten aus.

Wie sich die Menschen im 19. Jahrhundert vom Wald und der Landwirtschaft zu ernähren suchten, zeigte uns Richard Siebein im Museum der Waldarbeit in Elmstein. Aufschwung nahm das Tal als Erholungsort für die Ruhe und Natur suchenden Arbeiter aus den Städten am Rhein in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Es entstand aus der Arbeiterbewegung heraus ein Naturfreundehaus, in dessen wechselvolle Geschichte erstmalig Klaus Schwarz einführte.

Ebenfalls neu, hat uns in Neustadt der Historiker und Lokalpolitiker Werner Schreiner das Geschehen in seiner Stadt zur Zeit des Hambacher Festes vermittelt.

In Rhodt erwartete uns der Historiker Klaus-Jürgen Becker mit seinem Ausflug in die Wirkungsgeschichte der Bayern in der Pfalz zwischen 1814 und 1914.

Auf altbewährte Historiker, eine Volkskundlerin, ein Ortschronisten und (m)einen Winzer wollte ich natürlich auch nicht verzichten: Irmgard Stamm begrüßte uns in ihrem Rastatt und versetzte uns im Rahmen einer Revolutions- und Kasemattenführung in die Zeit der Belagerung im Sommer 1849 zurück.

Axel Kuhn, lange Jahre an der Universität Stuttgart als Professor der Kenner der Französischen Revolution und seines Widerhalls in Deutschland zeigte uns auf, wie Geschichte engagiert, spannend, in Zusammenhängen verständlich, vermittelt werden kann. In seinen Impulsen zur Revolutionsgeschichte wurde sichtbar, dass die demokratischen Ziele von Damals keineswegs eingelöst sind, sondern es nach wie vor gesellschaftlicher und politischer Initiativen bedarf, damit die Menschenrechte und nicht die Interessen Weniger Richtschnur gesellschaftspolitischen Handelns werden.

Als Urgestein meiner Reisen bereicherte der Historiker Rolf Übel mit seinen Impulsen die Radreise. Rolf war bei jeder der sieben politischen Radreisen dabei. Er berichtete uns von der Entstehungsgeschichte der Ausstellung in Hambach und war unser Experte in Nußdorf und Landau. Rolf begleitete uns zeitweilig mit dem Rad oder Motorrad von Wissembourg quer durch die Südpfalz.

Als Frisör lauschte Gerd Nichterlein zunächst den Geschichten der Alteingesessenen im Dorf, bevor er sich mehr und mehr selbst auf Spurensuche nach der Geschichte seines Dorfes begab. Bereits zum wiederholten Male führte er uns in seine Rhodter Geschichte.

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Und nur zufällig zum Schluss dieser Auflistung hinterließ der Winzer Klaus Sperling mit seinen eindrücklichen Schilderungen und Lebensweisheiten aus dem Leben eines Pfälzer Winzers den nachhaltigen Eindruck, dass es zu einem erfüllten Leben weitaus mehr bedarf als Kommerz und die Jagd nach dem schnöden Mammon.

Abschließend Stimmen von einigen Teilnehmenden befragt nach ihren Eindrücken der Reise:

  • Besonders gut war die Auswahl der Referenten, deren Engagement und Begeisterung für ihr jeweiliges Thema oft mitreißend war. Das Konzept, Informationen in geballter Form, sportliche Aktivitäten und leibliche Genüsse miteinander zu mischen, hat überzeugt.
  • Der Mix, sich radelnd in schönen Landschaften zu bewegen und dabei wichtige historische Ereignisse und Orte kennen zu lernen, hat mir gefallen. Uns gelang es, immer wieder Brücken aus der Vergangenheit in die Gegenwart zu schlagen.
  • Axel Kuhn´s Referat zu den zwei Phasen von Revolutionen, erst Veränderungen für (neue) Privilegierte, dann die 2. Phase, in welcher die die vordem nicht Berücksichtigten ihre Rechte fordern, war für mich eine neue Erkenntnis. Spannend auch die vielen anschaulichen Beispiele vom Kampf gegen Unterdrückung, mit dem schmerzhaften Ende, dass die Freiheitskämpfer am Ende in Rastatt keine Gnade fanden und hingerichtet wurden.
  • Geschichte und Politik er“fahren“ in einer der schönsten Gegenden Deutschlands. Gespickt mit interessanten Referenten und Strecken auf der Suche nach der verlorenen Geschichte der Revolution und Rebellion in der Pfalz.
  • (Über)reichliches Angebot an fachkompetenten und authentischen Referenten. Überreichlich, weil teilweise im Doppelpack mit einer für mich sehr willkommenen Wiederholung wichtiger Ereignisse und Gedanken, nette Truppe mit liebenswürdiger Akzeptanz aller Redebeiträge, gutes Essen/Pfälzer Wein, gutes Fernsicht….
  • Tolle Kombination aus sportlicher Betätigung mit Radeln und Wandern und Politischer Bildung in Form von Vorträgen, Besichtigungen von Museen und Diskussionen unter uns über das Gehörte und Gesehene. Dazu unterhaltsame Abende in einer angenehmen Gruppe, auch bei Musik und dem Singen von den alten Freiheitsliedern. Die Zeit von 1789 bis 1849 wurde sehr anschaulich dargestellt.
  • Die Fahrt über den Berg von Maikammer über die Totenkopfstraße in das Elmsteiner Tal war sehr fahrradfreundlich und ausgiebig fordernd. Der Vortrag in Rhodt von Klaus-Jürgen Becker über „Pfalz-Bayern 1814 – 1914“ war sehr fundiert und hat viele neue Einblicke in die bayrische Pfalz gewährt.

Politische Radreisen im Dreiklang: Was für den Körper, den Geist und die Seele

Nicht nur die Vorträge und Führungen durch die zahlreichen ExpertInnen und die Diskussionen untereinander regten zum Nachdenken und zur Inspiration an. Immer wieder gab es zufällige Begegnungen mit den Menschen aus der Region und ihrer schönen Kulturlandschaft. Die Teilnehmenden aus vielen Ecken Deutschlands wuchsen in der Woche zu einer Gemeinschaft zusammen, das Abschied nehmen zum Ende der Reise fiel nicht leicht. In Erinnerung bleiben eine abwechslungsvolle Landschaft, angefangen von den Rheinauen, durch die Oberrheinischen Tiefebene hin zu dem Weinbergen am Saum des Pfälzer und Nordelsässischen Berglandes.

Horizonterweiternd wirkte die Fernsicht von den Weinbergen hinab in die Rheinebene. Mediterranes Flair versprühten die mittelalterlichen Weindörfer. Auch dass die Pfälzer lebenslustig sind, gerne einen Schoppen trinken und gut essen, lässt sich vielleicht aus den folgenden Bildern entnehmen.

Mittagessen in der Straußwirtschaft

Theresienstraße in Rhodt

 

Weinprobe am Fuße des Hambacher Schlosses in der Zehntscheuer des Winzers Schäffer

 

Pfälzer Rebsorten

 

… Alles falsch! Es dient der Begegnung am Gartenzaun.

Auch das war ein Erlebnis der besonderen Art:

 

mit anschließendem Hochwasser am Rhein.

 

Rheinüberquerung bei Rastatt

Nordelsässer Landschaft

Tschüss- Bis zum nächsten Mal

 

  1. Die Radreise „Aufstand und Rebellion in der Pfalz und in Baden (1789-1849)“ wurde durchgeführt von Politische Radreisen in Kooperation mit der Landeszentrale für Politische Bildung Rheinland-Pfalz. Dokumentation (Thomas Handrich), Bildquellen: Ulrich Randolf-Weiß, Thomas Handrich.
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