Pfalzreise 2012: Tag 4

Halbzeit in Rhodt. Die politische Radreise durch die Pfalz 2012 dauert nun seit vier Tagen an. Weitere vier Tage stehen noch bevor. Auch heute nimmt der Tag seinen Anfang im Rhodten Adler. Gestärkt vom Frühstück rollen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zwischen den Weinbergen den Hügel hinab nach Edesheim. Von hier fahren 14 mit dem Zug nach Wissembourg. Zwei andere verließen sich etwas früher auf ihre Waden und bewältigten die Strecke auf dem Rad.

Pfalzreise 2012: Tag 4

In Wissembourg hielt Werner Seppmann einen Impulsvortrag und verdeutlichte, wie sehr der Adel den Anschluss zum Volk verlor und wie dies den Weg zur französischen Revolution ebnete. An der Lauter lauschten die anderen den Ausführungen. Anschließend traf man sich mit Bernard Weigel, Stadtarchivar der Stadt im Archiv und widmete sich „Wissembourg in der französischen Revolution“. Zwischen Regalen gefüllt mit historischen Unterlagen, Registern oder Chroniken begab man sich auf Spurensuche zur Demokratiebewegung. Doch auch die aktuelle Situation im Elsaß wurde thematisiert. Weigel hob hervor, dass sich inzwischen wieder vermehrt Schüler mit Deutsch als der ersten Fremdsprache wieder die Nähe zum Nachbarn suchten.

Pfalzreise 2012: Tag 4

Anschließend führte Kunsthistorikerin Colette Moog durch die historische und inzwischen verregnete Altstadt, zeigte „Zeugnisse der französischen Revolution in Wissembourg“ und schilderte auch die Geschichte der Stadt in er Zeit davor und danach.

Pfalzreise 2012: Tag 4

Die Mittagspause stand allen zur freien Verfügung. Ein unerschrockener schwang sich nach einer Stunde erneut aufs Rad mit Landau als Ziel. Die anderen ließen es etwas ruhiger angehen und nahmen erneut den Zug. Kaum in Landau angekommen kreuzte man den Bahnhofsplatz, schloss die Räder im Hof des Stadtarchivs ab und befasste sich mit der Geschichte Landaus. Historiker Michael Martin parlierte über die Sonderrolle Landaus und die deutschen Jakobinerclubs, während die anderen andächtig zuhörten oder auch die Protokolle der Jakobinerclubs durchblätterten. In einer anschließenden Diskussion wurde – ganz im Gegensatz zum Mittag in Frankreich – bemängelt, dass auf deutscher Seite die Bereitschaft zum Erlernen der französischen Sprache fehlt. Zwischen diesen Aussagen lagen keine 50 Kilometer und nur wenige Stunden. Die nationalen Grenze, die man in Atlanten noch nachvollziehen kann, sind aus dem Landschaftsbild verschwunden. Das gilt allerdings nicht zwingend für die Grenzen im Kopf.
Anschließend setzten sich manche wieder in den Zur zurück nach Edesheim, während andere wie schon am Tag zuvor den Heimweg per Rad antraten. Die Pause zur Probe des neuen Weines blieb dieses mal allerdings aus.

Pfalzreise 2012: Tag 4

Am Abend fanden sich fast alle in einer Straußwirtschaft ein und führten Diskussionen des Tages fort, gaben sich den kulinarischen Genüssen hin oder ließen die Ereignisse des Tages Revue passieren. Dass man zwischenzeitlich die Hälfte der Reise bewältigt hatte, wurde weder gewürdigt noch thematisiert. Trotz des verregneten Wetters, was die Radreise etwas erschwert, spricht aber ach vieles dafür, dass man es einfach nicht wahrhaben will, dass am kommenden Samstag die Radreise durch die Pfalz bereits vorbei ist.

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2 Gedanken zu „Pfalzreise 2012: Tag 4

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