Auf ein Wort mit Jochen

Am 27.9. fielen die Interviews aus. Zum einen wurde hart in einen Geburtstag hineingefeiert und zum anderen verlangte der bewegte Tag am Abend seinen Tribut. So gab es am letzten Abend der Tour gleich drei Gespräche. Den Auftakt bildete das Gespräch mit Jochen.

Du warst beim “Hambacher Fest” dabei und hast die Diskussion um das vermeintliche Ende des Parlamenteriasmus mitbekommen. Was hat Dich dazu bewegt die Veranstaltung zu besuchen und wie fandest Du die Veranstaltung?

Jochen: Was mich bewogen hat, die Veranstaltung mitzunehmen, war zum einen ein bisschen Gruppendruck. Ich hab mich der Gruppe angeschlossen, die oben blieb und gut wars. Und ich war auch ein bisschen neugierig, was sich dort für ein Publikum versammelt und anschließend gab es auch noch Wein. Das fand ich dann alles öde. Die haben sich dann … aber das ist ja egal.
Wie ich die Veranstaltung fand?! Es war eigentlich ein allgemeines Geblubber. Der Moderator gefiel sich in seiner Rolle, ein bisschen zu piesacken und das hat er auch ganz gut gemacht. Es ging in der Podiumsdiskussion ja um das Zitat von Angela Merkel von der marktkonformen Demokratie. Die Frage nach demokratischen Bewegungen blieb außen vor. Es ging um Finanzgeschichten. Der Banker hat den Buhmann spielen müssen. Auf den haben sie alle rhetorisch eingeprügelt und es ist nicht zu einer eigentlichen Demokratie-Debatte gekommen.

Wir hatten uns ja in den Tagen vor der Veranstaltung mit dem Thema Demokratie beschäftigt. Hast Du irgendwelche Anknüpfungspunkte gesehen oder war die Veranstaltung völlig jenseits dessen, was wir in den Tagen zuvor diskutiert haben?

Ach das war abgehoben. Das bezog sich auf das, was wir haben. Auf die parlamentarische Demokratie und es ging um die Frage, ob die parlamentarischen Politiker überhaupt noch eine Chance haben gegenüber dem Finanzwesen oder nicht. So auf dieser Ebene bewegte sich das. Mitbürgerbeteiligung kam gar nicht vor. Es war ein SPD-Mensch da, der natürlich das sagte, was man von SPD-Menschen erwarten kann. Mit den anwesenden Gästen, die sich das angehört haben und auf den Wein freuten, hat es vielleicht was zu tun gehabt. Aber mit den Menschen, die schon ausgegrenzt sind, das ist ja mehr als ein drittel dieser Bevölkerung hatte das nichts zu tun.

Warst Du schonmal in der Pfalz?

Nein.

… Dann hast Du die Pfalz ja jetzt kennengelernt. Hast Du sie schätzen gelernt? Hast Du sie lieben gelernt? Oder war es eher ein Besuch unter dem Motto: Okay, hab ich gesehen und jetzt kann ich ja weg.

Also die Pfalz ist schon eine spannende Gegend. Ich hatte da bisher überhaupt keine Vorstellungen. Kann gut sein, dass ich hier auch einmal einen Erholungsurlaub mache. Ich fand es ganz schön hier.
Ob ich die Pfalz kennen oder lieben gelernt habe? Mit solchen emotional behafteten Begriffen kann ich nichts anfangen. Ich finde es angenehm hier und für das Fahrradfahren recht anspruchsvoll.

… inzwischen sind fast drei Monate vergangen. Viel ist seitdem passiert. Ich möchte gerne noch folgendes wissen: Welche Emotionen haften aus Deiner Sicht an der Pfalzreise?

Siehe die Antwort auf die Frage davor. Zudem: Es war eine schöne Atmosphäre in der Gruppe. Dafür war der Thomas verantwortlich, der fast allen aus unterschiedlichen persönlichen Zusammenhängen bekannt ist. Wir (Werner und ich) kennen den Thomas von 2 Fahrrad-Bildungsurlauben und freuten uns aufs Wiedersehen und neue Herausforderungen. Nur muß ich nun feststellen, daß meine Kondition zum Fahrrad fahren in der Pfalz doch etwas überfordert war.
Ich denke, daß auch meine online gestellte Fotoreihe von der Pfalzreise einen Eindruck davon vermittelt, wie ich das erlebt habe.

Hintergrund: Dieses Interview sollte eigentlich im Rahmen der Pfalzreise 2012 erscheinen. Wie sich aber schnell herausstellte, blieb nach den Interviews – verteilt auf sechs Tage der Reise – nicht die Zeit für das Abtippen und Online-stellen. Nach der Tour holte mich der Alltag ein und die Texte ruhten zunächst als Audio-Datei und dann als Textdokument. Die Unmittelbarkeit der Situation und die quasi ungefilterte Wiedergabe von Eindrücken der Teilnehmer (Teilnehmerinnen bleiben von den Interviews verschont) ist damit natürlich hinfällig. Doch so gibt ersatzweise die Gelegenheit noch einmal nachzufragen.

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2 Gedanken zu „Auf ein Wort mit Jochen

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