Auf ein Finale mit Theo

Mit Theo führte ich am 28.9 das letzte Interview der Reise. Zwischenzeitlich war längst klar, dass auch dieses Interview nicht zeitnah eingepflegt werden konnte.

Ich hätte gerne gewusst: Wir kennen aus der Geschichtsschreibung das Datum des Hambacher Festes und das Ereignis. Die sogenannten Wiege der Demokratie, die sich am Hambacher Schloss befindet. Wir haben uns in den letzten Tagen mit der Zeit beschäftigt, die dazu führte. Was sollte man den Leuten mitgeben, die bislang nur das Hambacher Fest gekannt haben?

Man muss schauen, wie breit die Bewegung war, aber auch sehen, auf wie wenigen Füßen sie stand. Zunächst war es ja ein sehr hoffnungsvoller Anfang, der aber schließlich und letztlich scheiterte. Man muss heute schauen, warum.

Siehst Du dieses Kapitel in sich geschlossen oder sieht Du noch irgendwelche Rote Fäden, die sich in die Gesellschaften oder in Regionen hineinspinnen?

Als sehr allgemeine Schlussfolgerung können wir direkt aus der damaligen Zeit nicht so viel lernen, weil heute doch die Bedingungen in ganz wesentlichen Dingen anders aussehen.

Wohin soll Deiner Meinung nach die Auseinandersetzung mit dieser Geschichte führen? Ist das überhaupt nötig?

Man sollte schon wissen, woher man kommt und welche Bewegungen, gerade welche sozialen Bewegungen es gegeben hat. aber wir sollten uns bezüglich des Lerneffekts nicht allzuviel erhoffen. Es ist mehr eine Geschichte um zu sehen, wie wir geworden sind, was wir sind. Aber wie der Weg dann weitergeht, den müssen wir dann selber finden.

Welche Frage ist noch offen?

Offen ist unsere Zukunft. Wir müssen selber nachdenken und eigene Wege finden. Vielleicht kann man das auch daraus lernen. Denn im Grunde ist die Bewegung damals versandet und wir graben diese Spuren gerade erst wieder aus.

… inzwischen sind drei Monate vergangen. Viel ist seitdem passiert. Ich möchte gerne noch folgendes wissen: Wie ist dein Weg seit dem Ende der Reise verlaufen? Bist Du weiterhin auf Spurensuche?

Nach dem Ausflug in unsere lokale Geschichte habe ich mich wieder aktuellen Problemen zugewandt und zwar dem drohenden Kollaps unserer Ökonomie und vielleicht der westlichen Gesellschaft. Zum Thema Klimawandel, Verknappung von Rohstoffen einschließlich des Öls und der Refeudalisierung unserer Gesellschaft habe ich Vorträge in verschiedenen Städten gehalten.

Hintergrund: Dieses Interview sollte eigentlich im Rahmen der Pfalzreise 2012 erscheinen. Wie sich aber schnell herausstellte, blieb nach den Interviews – verteilt auf sechs Tage der Reise – nicht die Zeit für das Abtippen und Online-stellen. Nach der Tour holte mich der Alltag ein und die Texte ruhten zunächst als Audio-Datei und dann als Textdokument. Die Unmittelbarkeit der Situation und die quasi ungefilterte Wiedergabe von Eindrücken der Teilnehmer (Teilnehmerinnen bleiben von den Interviews verschont) ist damit natürlich hinfällig. Doch so gibt ersatzweise die Gelegenheit noch einmal nachzufragen.

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2 Gedanken zu „Auf ein Finale mit Theo

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